Benutzer-Werkzeuge

Webseiten-Werkzeuge


lietzenseepark

Lietzensee & Park

Innerstädtische Parklandschaft

Lage

Zwischen Witzlebenplatz am Kaiserdamm und Dernburgstrasse.

Namensherkunft

Der Name Lietzensee stammt vom Dorf Lietzow bzw. Lützow, das im Jahr 1719 in die damalige Stadt Charlottenburg eingemeindet wurde. Es gehörte zum Benediktinerinnenkloster St. Marien und wurde von den Nonnen als Fischteich genutzt. Die Worte Lietzow, Lützow, Lusce, u. ä. werden aus dem slawischen Wort luccina hergeleitet, was so viel heißt wie „Sumpf“ oder „Lache“. 1)

Oft wird der Name auch auf die alte Berliner Bezeichnung Lietze für das Blässhuhn zurückgeführt. So findet sich im Organ der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft von 1855 der Eintrag: 2)
<blockquote>„Fulica atra, Blassente, Lietze. (So heisst ein See bei Charlottenburg, auf dem dieser Vogel haufig ist, der Lietzensee).
<cite>Naumannia: Archiv für die Ornithologie Vorzugsweise Europa's 3)</cite></blockquote>

Eine Sage liefert noch eine dritte Erklärung für die Bezeichnung Lietzensee:
Alte Bewohner der Gegend berichteten, dass in dem See vor vielen vielen Jahren ein ganzer Ort versunken wäre, bei dem es sich um das Dorf Lützow (Lietzow) gehandelt habe. Der Grund für den Untergang sei nicht bekannt, aber manchmal stießen die Fischer mit ihren Booten mitten auf dem See an die versunkene Kirchturmspitze oder ihre Netze verfingen sich daran. Deshalb eigne sich das Gewässer auch nicht zum Fischen. – In dem Ort Charlottenburg, der ja aus dem Dorf Lietzow hervorging, soll es in späteren Zeiten dagegen gespukt haben - von plötzlichen Bodenbränden oder herumgeisternden Hunden wird erzählt. 4)

Der Lietzensee

Der Lietzensee setzt die Kette der während der vorletzten Eiszeit in der vorgeprägten Nebenrinne der Havel entstandenen Grunewaldseen nach Norden fort. Er ist 6,6 ha groß und 3-4m tief, ohne Zufluss, allein durch Grundwasser gespeist. Heute gibt es einen Abfluss mittels Rohren zur Spree, der ehemals in das Sumpfgelände des am Ende des 19. Jahrhunderts zugeschütteten „Schwarzen Grabens“ führte.

Als General Wilhelm von Witzleben 1820 an der Westseite des Sees in dem umgebenden Wald- und Sumpfgelände einen Park und eine kleine Badeanstalt anlegen ließ, ergaben sich durch Aufschüttungen Veränderungen am See. Dennoch blieb sein Naturzustand noch lange Zeit weitgehend erhalten, bis er gegen Ende des Jahrhunderts nahezu verlandet, völlig verschilft und nur noch knapp 20cm tief war und auf zwei Meter Tiefe ausgebaggert werden musste. Der folgenden Eutrophierung (übermäßige Nährstoffbelastung) wurde hier - vermutlich weltweit zum ersten Mal - mit einer künstlichen Sanierung durch Nährstoffdrosselung entgegengewirkt. 1904 wurde der See durch die zwecks Verlängerung der Kantstrasse notwendige Dammaufschüttung zweigeteilt. Ein Kanal unter der Lietzenseebrücke verbindet die beiden Teile. 5)

Der Park

In den 1820er Jahren erwarb General von Witzleben das Gelände rund um den Lietzensee und ließ auf der Westseite einen großen Park nebst Landhaus anlegen. Nach seinem Tod erhielt dieser 1840 per Kabinettsorder den Namen Park Witzleben. Im gleichen Jahr verkaufte die Familie den Besitz. Er wurde 1899 von der Terrain-Gesellschaft Park Witzleben erworben, die den öffentlichen Lietzenseepark anlegen ließ. Durch die Verlängerung der Kantstrasse 1904 entstand die Neue Kantstrasse und die damit verbundene Aufschüttung eines Dammes zerschnitt See und Park in zwei Teile. 1906 wurde der Park von Toebelmann und Brettschneider umgestaltet. 1910 kaufte schließlich die Stadt Charlottenburg den Lietzensee samt Park. 1912-13 bauten Erwin Barth und Christian Heinrich Seeling die Lietzensee-Kaskaden am Dernburgplatz und an der Wundtstraße. Nach dem Ersten Weltkrieg, 1919-1922 gestaltete Erwin Barth den Park teils in regelmäßigen Strukturen zum Landschaftspark um. Ursprünglich waren die Uferränder mit Stauden eingefasst, später wurden Rasenflächen angelegt.

1924-25 wurde das Parkwächterhaus von Rudolf Walter erbaut. Nach starken Kriegszerstörungen der Parkanlage wurde sie in den 1950er Jahren wieder hergestellt. 1954 wurde durch einen Fußgängertunnel unter der Lietzenseebrücke eine Verbindung der beiden Parkteile geschaffen.Vor dem Parkwächterhaus wurde ein großer Kinderspielplatz angelegt. Das 1924 an der nördlichen Seeseite gebaute Café fiel 1973 einem Brandanschlag zum Opfer und wurde durch ein Provisorium ersetzt. Es wurde abgerissen und durch einen Neubau ersetzt, der am 8.6.2009 als „Bootshaus Stella am Lietzensee“ eröffnet wurde.

Auf Initiative von Prof. Klaus W. Döring kümmert sich seit ca. 2002 der Verein Bürger für den Lietzensee e.V. um die Pflege und Sauberkeit des Parks.

Am 7.5.2009 eröffnete Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler gemeinsam mit Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen und der Schauspielerin Mariella Ahrens, Gründerin und aktiv engagierte Schirmherrin von Lebensherbst e.V., Verein zur Unterstützung pflegebedürftiger, älterer Menschen, den neu errichteten Seniorentreffpunkt im nördlichen Teil des Lietzenseeparks. 6)

Anschrift

Adresse zwischen Witzlebenplatz und Dernburgstraße
14059 / 14057 Berlin
Betreuung Verein Bürger für den Lietzensee e.V.
Telefon +49 (0)30-30 20 19 07
Verwaltung Umweltamt Charlottenburg-Wilmersdorf Gartendenkmalpflege
Just Reinhold
Adresse Rathaus Wilmersdorf
Fehrbelliner Platz 4
1ß707 Berlin
Telefon +49 (0)30-90 29-14 543
Telefax +49 (0)30-90 29-14 507
E-Mail E-Mail an Herrn Reinhold
Internet Umweltamt Charlottenburg-Wilmersdorf

Öffnungszeiten

Der Lietzenseepark ist durchgehend geöffnet. Bei starkem Schneefall oder Glatteis ist die Nutzung auf eigene Gefahr.

Uhrzeit (von - bis)
Montag 00:00 - 24:00 Uhr
Dienstag 00:00 - 24:00 Uhr
Mittwoch 00:00 - 24:00 Uhr
Donnerstag 00:00 - 24:00 Uhr
Freitag 00:00 - 24:00 Uhr
Samstag 00:00 - 24:00 Uhr
Sonntag 00:00 - 24:00 Uhr
1)
Irene Fritsch: Leben am Lietzensee. edition Berlin im Metropol Verlag, Berlin 2001, ISBN 3-932482-90-5; S. 12.
2) , 3)
Internet Archive Organ der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft, Jahrgang 1855.
4)
a b Der Lietzensee und der Spuk in Charlottenburg. In: Der Stralauer Fischzug. Sagen, Geschichten und Bräuche aus dem alten Berlin. Verlag Neues Leben Berlin 1987, ISBN 3-355-00326-3; S 108/109
5)
Internet Lexikon des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf
6)
Internet Lexikon des Bezirksamts Charlottenburg-Wilmersdorf
lietzenseepark.txt · Zuletzt geändert: 12.05.2012 22:21 (Externe Bearbeitung)